So macht man Politik! Anstelle sich gegen die Herausgabe der Steuererklärung zu wehren oder zu lügen, dass der Vater Schwede war, kümmert man sich als Oberhaupt des Staates um den Tierschutz. Das schafft Sympathien!

Wie der Spiegel falsch vorrechnet, will Russland 100 Wale freilassen, dabei sind es aber nur 98. Einfach schlampig … tssss …

Jean-Michel Cousteau ist dafür in die Region Primorje gereist. Das ist übrigens der berühmte Sohn des Sprengstoffexperten Jacques Cousteau. Früher war man da nicht so zimperlich. Da wurde auch schon Mal zum Dynamit gegriffen, um zu sehen, was da alles im Riff lebt. Geht ja auch viel schneller.

Wobei das nun nicht ganz fair ist. Jacques Cousteau ist ein großer Fan von Walen. In seinem Film Die Schweigende Welt* töten Cousteau und seine Mannschaft böse Haie, die sich über einen verendeten Wal hermachen, den er vorher mit der Calypso über den Haufen gefahren hat. Aber das können die Haie nicht bringen. Rache muss sein und genau diesem Beispiel scheinen viele Leute heute auch noch zu folgen. Starke Symbolik ist das! Da wurde ein Trend für Jahrhunderte gesetzt.

Auf jeden Fall wollen Jean-Michel Cousteau und andere Experten einen schnellen Plan machen, wie man die Wale auch wieder in die Wildnis entlassen kann. Putin drängt angeblich auf eine schnelle Entlassung der Wale, weil die zu kleinen Gefängnisse für Dissidenten gebraucht werden. So wird es zumindest gemunkelt.

Sobald das medienwirksame Ereignis dann durch ist, kann man all die anderen eingesperrten Tiere in den Zoos dieser Welt getrost vergessen.

Nein nein! Das ist kein Hospitalismus! Der rennt gerne den ganzen Tag hin und her, weil er dafür trainiert, sollte er irgendwann von David Hasselhoff in die Freiheit gesungen werden.

Ob 11 Orcas und 87 Belugas auf der Sympathie-Skala aber für eine Krim reichen, ist noch nicht ganz klar. Da die Wale aus Russland stammen, hat sie Trump übrigens auf die Liste der terroristischen Gruppen gesetzt.

Positiv überrascht zeigte sich Irlands Umweltminister. Meldungen zufolge soll er kommentiert haben: Whale Oil Beef Hooked!

Den USA immer einen Schritt voraus

Da hat der Putin wieder ein Schnippchen geschlagen. Während Trump die Arktis nach Öl umgraben möchte und gerade mal 2 Truthähne an Thanksgiving begnadigt, retten sein Widersacher aus Russland gleich Mal 98 auf einen Streich. Er hat angeblich schon entsprechende T-Shirts in Auftrag gegeben.

Trump hat umgehend Gegenmaßnahmen angekündigt. Er möchte angeblich mit kleinen Stinktieren posieren, um seine Umweltfreundlichkeit zu demonstrieren. Sein Schwiegersohn Jared Kushner soll auch dabei sein.

Noch nicht sicher, wo die Wale sicherer sind

Die Experten sind sich allerdings noch nicht einig, wo die Wale sicherer sind. Ja, die kleinen Becken sind übel, aber im offenen Meer sind die Überlebenschancen wegen Norwegern, Isländern, Japanern, Dänen und Plastik auch nicht besser.

Allerdings befindet man sich in Gesprächen mit diesen Ländern, damit speziell diese Belugas und Orcas nicht zu Forschungszwecken gefressen werden. Möglicherweise habe ich den Dänen hie Unrecht getan. Ich glaube, die töten Delfine und Wale einfach zum Spaß.

Wobei es wirtschaftlich gesehen schon eine ziemliche Verschwendung ist, was die da jedes Jahr auf den Färöer-Inseln betreiben. Man könnte die Delfine und Wale schon monatelang vorher einfangen und irgendwelche Touristen für Geld darauf reiten lassen. Danach widmet man sich der Tradition und schlachtet alle einfach so ab. Im Anschluss könnte man die Nasen den Chinesen nun als Aphrodisiakum andrehen und behaupten, Delfine wirken genauso gut wie Nashörner. Eine Lüge wäre es nicht, oder? Den Rest einfach eindosen und ein Bild von einem Thunfisch draufpappen.

Auf diese Weise ließe sich jeder Delfin mit der größten Effizienz verwerten. Dann wird ihnen auch endlich ihr doofes Grinsen vergehen. Angst muss man auf den Färöer-Inseln nicht haben, denn schließlich hat der Gutmensch Putin hier nichts zu sagen und kann die Objekte einfach freilassen.

Lecker! Thunfisch!
Lecker! Thunfisch!

Hmmmmm, Thunfisch … Da läuft einem gleich das Wasser im Mund zusammen …

Aufklärung wäre eigentlich wichtiger, oder?

Ich bin als Taucher wirklich ein Freund der Ozeane und hoffe, dass sie weiterhin schön, bunt und vor allen Dingen gesund bleiben. Aber was für eine Heuchelei diese Aktion doch ist. So, Gewissen beruhigt und nun weiter wie bisher!

Viel wichtiger wäre, endlich aufzuhören, die Ozeane so dramatisch auszubeuten und vor allen Dingen mit der Verschmutzung im großen Stil aufzuhören. Damit ist nicht nur das Plastik gemeint, wobei das eines der größten Probleme ist, da selbst Plankton schon gefilmt wurde, die Plastikteilchen gefressen haben.

Natürlich bin ich froh, wenn die Wale wieder im Ozean schwimmen dürfen, sollten sie das jemals wieder packen. Aber in den letzten 20 Jahren siehst Du viel mehr Verschmutzung, über Wasser und auch unter Wasser.

Koralle unter dem Steg
Koralle unter dem Steg

In Raja Ampat haben wir Fuß auf eine kleine Insel gesetzt, weil es dort einen wunderschönen Strand gab. Das ganze war während einer Tauch-Safari und echt abgelegen. Kein Mobilfunk-Signal und so weiter. Selbst da trieb Plastik im Meer und am Strand waren alte Schuhe und auch Zigarettenkippen angeschwemmt. Wirklich fernab der Zivilisation siehst Du in der Zwischenzeit die Auswirkungen des Raubbaus, den wir an den Ozeanen betreiben. Hierzu würde ich gerne mehr Artikel auf der Frontseite lesen und nicht, dass der gute Putin 98 Wale begnadigt hat.

Einsiedlerkrebs neben einer Kippe
Einsiedlerkrebs neben einer Kippe

Anders gesagt: 98 Wale retten, dafür weiterhin den Planeten ausbeuten und verseuchen, scheint mir etwas einseitig zu sein. Toll für die Wale, kein Thema und ich freue mich darüber. Aber dass 98 Wale nicht mehr in kleinste Becken zum Verkauf und unterm Strich zu unserer Bespaßung eingesperrt sind, sollte im 21. Jahrhundert überhaupt nicht mehr der Fall sein! Das gilt für alle Aquarien, Zoos und so weiter!

Mehr zu Walfang kannst Du auch bei Pro Wildlife nachlesen. Kam kürzlich auch wieder ein E-Mail vpn Pro Wildlife:

Japans Walfänger kehrten gerade mit 1.000 Tonnen Walfleisch aus dem antarktischen Schutzgebiet zurück, Norwegens und Islands Jäger haben die Saison eingeläutet: Wale sind 2019 in vielen Regionen weltweit in Bedrängnis. Japan nimmt nach dem Austritt aus der Internationalen Walfangkommission zum 1. Juli ganz offiziell die kommerzielle Waljagd vor der eigenen Küste wieder auf und Islands einzigem Finnwaljäger hat gerade eine höchst umstrittene Studie den Weg zu höheren Fangquoten freigemacht. Nicht zu vergessen die norwegischen Walfänger, die in der öffentlichen Wahrnehmung häufig übersehen werden, aber mit mehr als 1.000 Tieren die höchsten Quoten haben. Alle drei Länder nutzen Schlupflöcher der Walfangkommission, ignorieren sie oder sind, wie im Falle Japans, einfach ausgestiegen. Dennoch hat das internationale Walfangmoratorium vielen Walarten das Überleben gerettet. Wir müssen gemeinsam dafür kämpfen, dass der Walfang verboten bleibt und die drei Walfangländer nicht still und heimlich weiter fangen können.

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